O´zapft is!

und ich Ur-Bayer bin 1.000 km weit weg..

Das mit dem „Ur-Bayer“ hat seine Berechtigung – für mich. Damit ich bei meinem Eintritt in die (lt. Voltaire: beste aller Welten) Noch-Kriegs-Welt nicht gleich geschockt würde, wurde ich 80 km entfernt von dem Tag und Nacht auf Frankfurt am Main herunterfallenden Bombenhagel geboren. Half nichts, genau an diesem besonderen Tag (Nacht) fiel die einzige, je auf Miltenberg geworfene, Bombe. Sagten Zeitzeugen – oder meinten die etwa m i c h ??

Miltenberg am Main wird ja als Perle des Mains vermarktet, aber so ganz richtig Bayern ist es eigentlich doch noch nicht. Trotzdem, wer weiß für was diese erlesene Staatsbürgerschaft (Bayern ist ja bekanntlich ein „Freistaat“) noch einmal gut sein kann..

Und, ums gleich vorwegzunehmen, mein Rufname lautet eigentlich seit meiner Geburt Jürgen – den Alois bekam ich aus irgendwelcher Familien Nostalgie und kann dafür genau so wenig wie für meine „ausländische“ Herkunft. Dummerweise war es noch nicht einmal ein Erb Onkel, für den ich den Alois spazieren trage und über den eine Einwohner Melde Behörde so einfach verfügte.

Doch wenn´s dann hilft und ich in absehbarer Zeit auf einer Wolke meine Harfe zupfen und Manna auf meine Freunde herunterregnen lassen darf – dann ist es auch gut so.

Flaschenbier zum Trost

Dass man mich als Säugling gleich nach Frankfurt am Main, dem Heimatort meiner Familie brachte ist tröstlich, aber nicht relevant für den Status eines echten „Frankforters“ – da bin ich außen vor. Bloß „eigeplackt“ (eingebürgert heißt das).

Als „nicht so ganz richtiger“ Bayer sozusagen, bin ich dann auch dem seit 1810 stattfindenden Massenbesäufnis auf der Theresienwiese standhaft ferngeblieben. Und aus meiner allseits bekannten Sparsamkeit auch – für den Preis eines (angeblich aufgrund der „geförderten“ Schaumbildung) nicht ganz vollen (vornehm ausgedrückt), 1 Liter Kruges, Mass heißt das dort (beim Glas könnte man ja den Inhalt sehen) Gerstensafts kann ich mir locker meine Tagesration von ca. vier bis fünf 2-Liter Flaschen Oktober/Märzen kaufen. Hier sieht man auch wie gut die Bayern drauf sind: was im Oktober nicht verkauft wird, geht dann als Märzen durch- und umgekehrt. Ach wie schön, dass ich auch ein bisschen Bayer bin..

Alternativ

Umständehalber net echter Frankforter, aber so rund 65 Jahre dort gelebt, bin ich ja bestens mit dem Äbbelwoi (Apfelwein) vertraut. Fremde mögen wissen, das der erst ab dem 7. Glas anfängt so richtig zu munden..

Und momentan ist gerade die Zeit des Siesse (süßen) Apfelweins. Das ist aber noch kein Wein. Es ist Most und es könnte auch Apfelsaft daraus werden.

Egal wie, meinen Bembel habe ich vom Rhein Main Gebiet mit in den hohen Norden geschleppt. In manchen Läden hier oben bekommt man sogar „Blauen Bock“ oder ähnlichen Frankfurter Touristen Saft zu kaufen. „In der Not frisst der Teufel Fliegen“, und so erfreue ich mich dann gelegentlich auch an solch einem „Schoppen“. Nicht ganz unerwähnt und auch momentan süffig: der „Federweisse“, aus echten Trauben, der mit Zwiebelkuchen gereicht, noch ein bisschen „Alte Heimat Gefühl“ an den Schweriner See bringt. Wie auch das Oktober Märzen und der Äbbelwoi. Also doch schön hier!

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