Sperrholz zu Edelholz

memories

Da kamen plötzlich und unerwartet Erinnerungen an meine, aus heutiger (jedoch garantiert nicht vollständig meiner) grüner Sicht betrachtet, schon fast strafbarer, zumindest verachtungswürdiger – und ja auch schon ein paar Jahre zurückliegende Sportwagen Zeit: Damals, als die Automobile noch schön waren. Mit edlen, noch absolut gekonnt designten Karosserien. Und selbstverständlich, ich legte immer ganz großen Wert darauf, Holzarmaturenbrettern mit großen runden Instrumenten.

Und heute, wo es bei meiner kargen Rente leider nicht für ein edles italianistisches Riva Boot in Mahagoni Ausführung reichte, musste ich mich dann eben mit einem schnöden Plastik Schiffchen bescheiden. Schwimmt oben und macht trotzdem Laune.

Doch das Nagen der Erinnerungen brachte mich auf den Gedanken meine eigenen Vorstellungen, zumindest laienhaft, zu verwirklichen.

Ein Holzarmarurenbrett wäre doch auch was für meine „Rentner Yacht“. Wie vor zig- Jahren am Steuer, die (heute leider digitalen) Rundinstrumente und das Edelholz vor Augen..

Edelholz – wohl gar edles Wurzelholz?? Ich erinnere mich an einen von mir hin- und wieder chauffierten RR – da war es üblich, das im Werk eine Charge des verwendeten Holzes auf Lebenszeit (des Autos oder des Besitzers weiß ich nicht mehr) gelagert wurde um bei einer möglichen Beschädigung auch das Holzbild wieder herzustellen..

„Preislich etwas zu weit oben angesiedelt“ – von wegen:

Gibt doch Baumärkte – da bekommt man auf Wunsch ein Stück schnödes Sperrholz auf die benötigten Masse zurecht geschnitten. Ausser dem Einen in Schwerin, mit der 00 im Namen. In diesem, von mir nun gemiedenen, auch – aber nicht immer: ab 13:45 Uhr an manchen Tagen wohl überhaupt nicht: da fragte mich ein Hohepriester des Holztempels nicht einmal, was ich eigentlich gerne hätte. Sein „Heute nicht!“ erklang schon, als ich gerade eben in Sichtweite war..

Schade, so wird mein „Kunstwerk“, also meine original selbstgemachte „Fälschung“, erst in der kommenden Woche vollendet. Eigentlich hatte ich das ja schon zweimal fertig: Beim ersten Mal musste ich das Teil erneuern, weil mein neu gekaufter Motor unvorhergesehenerweise mit z w e i, anstelle einem Rundinstrument ausgeliefert wurde. Und dusseliger Weise nahm ich beim zweiten Mal versehentlich zwei verschiedene Sperrholz Furniere. Trotz gleicher (Wasser!)Beize bescherte mir das dann auch ein zweifarbiges Ergebnis. Learning bei Doing – die Hölzer saugten die Flüssigkeit unterschiedlich auf.. Unverdrossen (und, da wirklich ganz alleine im Bootsschuppen, mit ungehörten Verwünschungen) ging ich halt noch einmal für die jetzt 3. Version ans Werk.

Hätte, hätte – nur ein verweigertes, winzig kleines, noch fehlendes und von mir schnell noch „veredeltes“, Stückchen Sperrholz- und ich hätte mit meinem Bötchen sogar noch an der Lichterparade auf dem Schweriner See teilgenommen.

2 Kommentare

    • Danke, für den Hausgebrauch ist das ja auch in Ordnung . Doch ein Hausboot TOLL – da kommen Erinnerungen an meine Kindheit. In Miltenberg (gerade noch Bayern) lebte mein Onkel mit Familie auf so einem selbst gebauten und ich durfte meine Ferien stets beim „Schiffmann“ verbringen.. Das war aus Stahl (ehemalige Munitionsfähre, hatte aber ein Holz Blockhaus auf Deck). Deshalb weiß ich um den Pflegebedarf von Holz.. Manchmal ist es aber doch auch gut wenn eine Arbeit ablenkt – hoffentlich!!

      Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.