PRORA – ein Mythos

Selbst wenn mich das heutige PRORA nicht zu einem Urlaubsaufenthalt oder gar zum Kauf einer angebotenen Immobilien verführen könnte:

Die Idee der damaligen KdF Zeit war schon bemerkenswert. Erinnernd an „Brot und Spiele“ einer anderen Geschichtsepoche.

Alleine die Vorstellung, in einer einzigen Ferienanlage 20.000 Menschen gleichzeitig zu beherbergen, hat ja schon etwas von Utopie. Einen Komplex von über 4 km Länge in einem einzelnen Bau (wenn auch durch versetzte Blöcke aufgeteilt) bautechnisch zu erstellen, dürfte auch in der heutigen Zeit so manchen Bauleiter überfordern. Und dann auch noch in rund 3 Jahren. Auch wenn nicht vollendet, aber der Bau stand und steht heute noch. Wenn ich da nur an all die Bauwerke der Neuzeit denke, die inzwischen schon längst wieder abgerissen werden mussten..

Wahrlich, der Versuch, mir die Logistik des „Unternehmens Urlaub“ vorzustellen fällt mir nicht ganz leicht. Für An- und Abreise war ja wohl der Seeweg geplant. Jedoch das gesamte Gebäudemanagement mit Ver- und Entsorgung, Sicherheit und allem was da noch zu beachten wäre – da kann man ins Grübeln kommen..

Eigentlich wirklich schade, das 1939 der Kriegsbeginn die Vollendung des Projektes verhinderte. Wobei, und nicht nur am Rande bemerkt: JEDER Kriegsbeginn zu bedauern ist.

Meine Eltern, ohne Parteizugehörigkeit in kleinen bürgerlichen Verhältnissen lebend, hätten wohl kaum das Glück gehabt PRORA live zu erleben. Die erfuhren erst nach dem Krieg von dem tatsächlichen Bau der Anlage. Wie auch von vielem anderen und viel, viel Schlimmeren..

Selbst die von mir nicht favorisierte, Ferienanlage ist dem „Gesamtwerk“ zuträglicher, als ein vielleicht doch nicht aufzuhaltender, totaler Zerfall. Da kamen mir nämlich Erinnerungen an das anlässlich einer Baltikum Rundreise besuchte Skruda, einer erst in den 60er Jahren von den Sowjets in Lettland erbauten, heutigen Geisterstadt. Früher für Normalbürger verboten, dann zurückgelassen und heute verfallen..

Auf der Weiterreise dachte ich dann daran, das auch die (von mir als überteuert empfundene) Jugendherberge letztendlich dazu beiträgt (oder beitragen soll), nationale Konflikte zu vermeiden. Da tauschen sich ja junge Leute aus verschiedenen Nationen aus und einige sind sogar bereit in ihrer Freizeit freiwillig an Naturschutz Projekten im, wohl kleinsten Nationalpark unseres Landes, mitzuarbeiten. So ist das Lebendige in dem Komplex einem Verfall a‘ la Skruda schließlich und ohne weiteres Nachdenken immer noch vorzuziehen.

Der JASMUND, ist zwar von den Kreidefelsen dominiert, doch die dortigen alten und heute seltenen Buchenwälder, zeigen, wie einst unsere Urwälder ausgesehen haben könnten.

Und da unsere noch recht neue Anschrift den Namen „Buche“ beinhaltet, konnten wir uns fast wie zuhause fühlen..

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