Nur mein Auto ist grün!

back to the roots – vom Käfer zum New Beetle

– und das wird auch mein Letzter sein..

Mit dem 62er war ich 1966 noch bis Latina, also etwa 100 km hinter Rom, in Urlaub gefahren. Etwas Geduld brauchte ich damals an einer Baustelle am Pordoijoch. Den letzten „echten“ 73er Käfer hatte ich eines Tages für kleines Geld in Zahlung genommen, er war 19 Jahre alt, hatte gerade ´mal 89.000 km auf der Uhr, und war mir zu schade zum verschrotten. Meine „Jung´s aus der Werkstatt“ teilten meine Meinung und in zahlreichen Abendstunden wurde das Teil total demontiert, entrostet, versiegelt und neu aufgebaut. Meine eigenen, wichtigsten Beiträge zu dieser Aktion beschränkten sich auf das Beischaffen der Getränke und das drehen eines 20 minütigen Videofilms.

Doch bekanntlich kennt der Rost keine Gnade, 10 Jahre später war es wieder ´mal so weit. Obwohl inzwischen anstelle der 1300, 44 PS Automatik Einheit ein 1600er, 50 PS mit Schaltgetriebe verbaut war – noch einmal die gleiche Aktion wollte ich nicht durchziehen. Man muß sich auch wieder ´mal trennen können.

Der New Beetle, ob man ihn mag oder nicht, die Hauptsache er gefällt m i r , hat eine vollverzinkte Karosserie (mit einigen Plastikteilen). Das Thema Rost ist damit für mich kein Thema mehr.

Der New Beetle entstand aus einer, in Amerika in Auftrag gegebenen, Designstudie und da dieses Retro Design bei dem VW Vorstand sofort gut ankam, wurde das Projekt verwirklicht und 1998 in Amerika vorgestellt. Auf dem US Markt stellte sich der Verkaufserfolg schon am Tag des Verkaufsstarts ein, vor einigen Autohäusern gab es sogar Warteschlangen. In Deutschland wurde dieses neue Modell, nach Art des Hauses, von Anfang an überteuert angeboten. So entschieden sich viele Interessenten für den preiswerteren, praktischeren (aber auch langweiligeren) Golf. Das erinnert an einige vergleichbar missglückte Markteinführungen, z.B. Corrado, Audi 80 Diesel u.a. Inzwischen hat man dann auch, nach ein paar Verschlimmbesserungen, das optimistisch begonnene Projekt New Beetle beendet. Nachahmer der Idee des Retro Designs können es offensichtlich besser: MINI, Fiat 500 und 124 Spider verkaufen sich ja recht ordentlich.

Es gibt eine Unzahl von Bücher über die Entstehung des New Beetles (natürlich habe ich die meisten besessen und sogar eines behalten). Bei Wikipedia kann man die Kurzfassung lesen und (nicht zu glauben) das Fahrzeug ist auch dort in cybergreen metallic abgebildet. Meine Farbe – allerdings, außer grünem Rasen, Wald und GrieSoss das einzige „Grün“, das ich mag.

Für mich ist der Beetle einfach ein „schönes Teil zum Anschauen, das auch fährt“ (Ich erinnere: Schönheit liegt im Auge des Betrachters). Mit meiner Fahrleistung von nur ca. 2.000 km jährlich kann ich davon ausgehen, das mich der Beetle überlebt.

Als Reise- und Gebrauchsfahrzeug hat sich meine Frau einen SUV zugelegt, der kommt ursprünglich aus einem fernen Land – wird aber, wie einige andere Marken auch, in Nosovice (Noschowitz) / Tschechien hergestellt. Und das in einer Qualität, die einige deutsche Nobelhersteller inzwischen vermissen lassen.

Die Karosserie des Tucson entstammt aus der gleichen Feder, die einst den Audi A 2 und auch den Audi TT zeichnete: Peter Schreyer, einer der „drei jungen Wilden“(mit J.C. Mays und Freeman Thomas), die ihre Karriere in Simi Valley mit dem Concept 1 für den New Beetle begannen. Es lohnt, über diesen Herren nachzulesen. Nach den großen italienischen Coutures (u.a. Frua, Ghia, Bertone, Giugiaro, Michelotti), ein Meister seines Faches und derzeit der wohl beste Automobil Designer weltweit.

Und genau mit der gleichen Melancholie, mit der ich mir meine letzten Reifen auf den Beetle aufziehen liess, stelle ich fest, das dieser Beetle mein letztes Auto – und somit dies auch mein letzter Beitrag über Autos ist. Warum sollte ich auch noch einmal wechseln: Was schön, schnell und einigermaßen erschwinglich war – das hatte ich doch schon.